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Was man hier finden kann: Fernweh, Unterhaltsames, literarische Spitzfindigkeiten, manchmal einen neuen Gedanken…


Loslassen

Von dieser Stadt aus kann man hinausfahren aufs Meer. Natürlich liegt das am Wasser im Fluss, das uns hinaustragen würde, hinausziehen wie einen ungeübten Schwimmer im Sommer.

Der Fluss und sein Wasser, vor dem sie uns so oft gewarnt haben. Vor dem, was unter der Oberfläche ist. Warnungen beziehen sich immer darauf – auf das, was unten ist, was man nicht sehen kann, was die anderen zu ahnen meinen. Sie halten zurück, wenn wir uns zu weit vorwagen. Dabei sind es nur wenige Schritte und dann – bis hinaus aufs Meer und immer weiter, wenn man erst einmal dort ist.

Man muss nur loslassen können.

Loslassen.

Kaum zu machen.

Schon als Kind im Schwimmbad war das die größte Hürde. Damals tauchte ich einfach ab aus dieser Welt. Blieb auf dem blauen Grund so lange, wie es mir gefiel, wie es eben ging.

‚Warum hast Du das nur getan?‘ das Unverständnis der Erwachsenen noch so viele Jahre später.

‚Weil es Spaß macht?‘

Ist man erst einmal selbst einer von ihnen geworden, fehlt einem die Klarsicht. Dann bleibt man stehen und hält fest. So fest wie nur möglich. Loszulassen hat jetzt eine andere Bedeutung. Zeit.

Dann bleiben wir an den Ufern, dann bleiben wir in den Städten – auf dem Trockenen.

Auch in einer Stadt mit Fluss zum Meer…


Aus „Kurz und Kürzestes“

‘Ich schreibe schon den ganzen Tag dieses Datum,
aber ich weiß nicht, welcher Tag heute ist. Seltsam oder?’
Sie staunte mich an.
Ich nickte. Seltsam, ja.
‘Zeit’, sagte ich und hob die Schultern.


Streetart, Hamburg 2023

„Schreib ohne Furcht und viel!“
Welch wunderbare Aufforderung, wenn der Geist dem Stift gehorcht.
Wenn beide tanzen…
Welch Elend, schweigen beide
wie ein Morgen in der Nacht.


Elbe

Die Stadt spuckt ihre Bäume auf die Straßen.
Das Fest ist vorbei!



Es wird Weihnachten,
in den Geschäften liegt schon Schnee.


Elbe, Weihnachten 2021

Klagend schleicht der Nordwind um das Haus.
Probiert jedes Fenster, jede Tür.
Mag ihn nicht einlassen.
Er ist ein gar
zu frostiger Gesell‘.


Eine Meise schwatzt sich über den Himmel
Wolken treiben
Die Sonne behält ihren Schatten
Es ist Sommer.