Freiheit, das ist es, was man auf dem Boot empfindet. Grenzenlose Freiheit – Freiheit als Möglichkeit, als würde das ganze bisherige Leben von einem abfallen. Es geht nicht mehr um die Rollen, die man bisher auszufüllen bestrebt war, nicht um die Wahrnehmung oder Wertschätzung der anderen diesen Rollen gegenüber. Denn keine von diesen ist hier noch mit Sinn erfüllt.

Auf dem Wasser, auf dem Boot mit dem Wind in den Segeln wird das Leben basaler. Es ‚einfacher‘ zu nennen, wäre übertrieben, kann es doch über alle Maßen komplex bleiben. Aber es ist ein Leben im Hier und Jetzt – planbar manchmal nur für wenige Stunden. Man liest die Wolken, man hofft auf günstige Winde.

Elbe 2020

Man begreift sich als Reisender, der sich mit dem Weg befasst, das Ziel aber erst vage in den Blick genommen hat. Denn es lässt sich so eventuell gar nicht verwirklichen, vielleicht kommt alles ganz anders. Rollenkonzepte, Selbstüberschätzung – wozu soll das HIER nutze sein?

All das wird einem bewusst auf dem Fluss, der zum Meer führt, dem man ganz unweigerlich folgt, sucht man sich selbst.